Was ist Desktop Publishing?
Desktop Publishing bezeichnet die Möglichkeit, vom Computer aus Dokumente zu setzen. Das Desktop Publishing ist die letzte Vorstufe vor dem Druck von Büchern und Katalogen, Broschüren, Magazinen oder Werbeprospekten und hochwertigen Flyern. Beim Desktop Publishing werden also Bilder und Texte in eine druckfertige Form gebracht, das Layout für das spätere Druckerzeugnis wird hier festgelegt. Gelegentlich wird, vor allem von den Profis ihrer Branche, der Begriff Electronic Publishing für das Desktop Publishing verwendet. Man will sich damit von den Anwendern abgrenzen, die die Möglichkeiten des Desktop Publishing auch als Laien anwenden. Der Begriff Electronic Publishing ist jedoch verwirrend, da er bereits für
das Verlegen elektronischer Medien (zum Beispiel E-Books, DVD) verwendet wird.
Entwicklung des Desktop Publishing
Desktop Publishing wird heute in Verlagen eingesetzt, aber auch in Unternehmen, die ihr Werbematerial selbst im Haus fertigen lassen. Entwickelt haben sich die Anfänge des Desktop Publishing in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Zuvor hatte das von Gutenberg entwickelte System von Satz und Druck etwa 500 Jahre lang Bestand, ohne dass wesentliche Veränderungen stattgefunden hätten. Die Einführung des Desktop Publishing war ein Gemeinschaftserfolg von vier Unternehmen. Im Jahr 1985 stellten sie die Hard- und Software zur Verfügung, die für das Destop Publishing benötigt wurden. Apple brachte mit dem Macintosh den ersten Rechner auf den Markt, der voll grafikorientiert arbeitete. Dazu kam ein Laserdrucker, der LaserWriter, der mit der Seitenbeschreibungssprache PostScript kompatibel war. PostScript wiederum war ein Projekt von Adobe. Linotype trug mit dem ersten, für PostScript geeigneten Belichter und PostScript Schriften zum Gemeinschaftsprojekt bei. Und schließlich brachte Aldus mit PageMaker das erste Layout Programm auf den Markt. Dieses durchdachte und übergreifende System führte dazu, dass es nur wenige Jahre dauerte, bis sich das Desktop Publishing durchgesetzt hatte. Bereits seit 1992 werden Printmedien fast ausschließlich auf diesem Weg produziert. In der Weiterentwicklung des Desktop Publishing sorgen heute sogenannte Redaktionssysteme dafür, dass die Verfahren immer weiter vereinfacht und automatisiert werden können.
Vorteile des Desktop Publishing
Ein besonderer Vorteil des Desktop Publishing liegt darin, dass ein Arbeitsschritt gespart wird. Texte können direkt in das Layoutprogramm übernommen und in diesem Programm formatiert und bearbeitet werden. Damit kann beispielsweise durch den Redakteur die Textkorrektur in einem Arbeitsschritt mit der Layoutgestaltung erfolgen. Ein neues Setzen des fertigen Textes ist dann nicht mehr erforderlich.
Aufgabenbereiche im Rahmen des Desktop Publishing
Trotz dieser Vereinfachungen hat das Desktop Publishing jedoch unterschiedliche Aufgabenbereiche hervorgebracht. So werden beispielsweise die gleichen Daten heute häufig in mehreren Medien verwendet. Dies wird als Cross Media Publishing bezeichnet. Als Arbeitsschritte beim Desktop Publishing werden heute die Typografie (der Satz), die Grafik und die EBV (elektronische Bildverarbeitung) unterschieden.